Maler-Becker-Schule - Mainz Gonsenheim

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NAMENSPATRON

Josef Ferdinand Becker als Genre-, Kirchen- und Märchenmaler (1846 - 1877)

Josef Ferdinand Becker, bekannt als "Maler Becker", wurde am 02.07.1846 in Mainz-Gonsenheim geboren.

Seine Eltern führten dort das Wirtshaus "Zum goldenen Stern" (heute Mainzer Str. 1). Im Jahr 1860, nach Abschluss der Volksschule, stieg Ferdinand Becker in den elterlichen Betrieb mit ein und arbeitete auch auf dem Feld und im Steinbruch. Nachts widmete er sich dem Zeichnen und der Malerei. Seine anfängliche künstlerische Betätigung beschränkte sich hauptsächlich auf die Genremalerei, die er auch während seiner Ausbildung weiterführte. Aus diesem Abschnitt seines Schaffens sind nur wenige Bilder bekannt, da die meisten als Geschenke in Privatbesitz gelangten.

Sein künstlerisches Schaffen bekam durch die Begegnung mit dem Maler Gustav Lasinsky, der zu dieser Zeit an der katholischen Kirche in Finthen arbeitete, eine Wendung. Lasinsky wurde auf Ferdinand Becker aufmerksam, als dieser ihm häufig bei der Arbeit zuschaute. Er erkannte das Talent des jungen Mannes. Der Kirchenmaler Lasinsky überzeugte Ferdinands Vater von der besonderen Begabung des Sohnes. Daraufhin erlaubte der Vater Lasinsky, dass er Josef Ferdinand zum Maler ausbilden konnte. Von 1865 bis 1868 war Lasinsky, der zu dem Kreis der "Nazarener" um Friedrich Overbeck gehörte, Lehrer von Josef Ferdinand Becker. In dieser Zeit half der junge Maler bei der Restauration der Pfarrkirche St. Ignaz und bei der Fertigung der Gemälde an den Seitenwänden des Hauptschiffes im Mainzer Dom.

Zur Weiterführung der Ausbildung vermittelte ihn Lasinsky nach Frankfurt am Main, wo er unter der Leitung von Professor Edward von Steinle im Städelschen Kunstinstitut von November 1868 bis 1877 arbeitete. Steinle wies Ferdinand Becker unter anderem in die Kunst der Märchenmalerei ein. Das Aquarellbild "Brüderchen und Schwesterchen" ist das erste Werk seiner Märchenreihe. Sein letztes Gemälde aus der Märchenmalerei und zugleich wohl sein letztes größeres Werk ist der fünfteilige Aquarellzyklus "Die drei Rolandsknappen". Dieser Zyklus wurde in Ausstellungen in Gonsenheim, Frankfurt und Berlin gezeigt und fand in Kunstkreisen großen Zuspruch. "Die drei Rolandsknappen" sind heute im Mittelrheinischen Landesmuseum in Mainz zu sehen.

Nach seinem großen Erfolg erhielt Maler Becker einen Auftrag über zwei größere Werke von einem Kunsthändler aus München. Becker wollte für diesen Auftrag seine Kenntnisse ab April 1877 in Italien vertiefen. Bei seinem geplanten Zwischenaufenthalt in München, wo er sich den Studien der Natur widmete, erkrankte er im August 1877 an Typhus. Am 21.08.1877 verstarb er an dieser Krankheit. Sein Leichnam wurde drei Tage später nach Gonsen-heim überführt. Maler Becker wurde auf dem Alten Friedhof (heute Pfarrer-Grimm-Anlage), bei der Maler-Becker-Schule beigesetzt. Heute befindet sich der Grabstein des Malers auf dem Gonsenheimer Waldfriedhof.

Grab von Josef Ferdinand Becker

Die Grundschule in Mainz-Gonsenheim führt seit 1959 den Namen "Maler-Becker-Schule".

Im ersten Stock der Maler-Becker-Schule erinnern Drucke des Zykluses: "Die Rolandsknappen" und ein Bild des Künstlers an den Namensgeber der Schule.

Die Rolandsknappen Die Rolandsknappen Die Rolandsknappen

Die Rolandsknappen Die Rolandsknappen

Kurz zum Inhalt des dargestellten Märchens:

Die drei Knappen von Roland, der in Diensten von Kaiser Karl dem Großen steht, verirren sich nach einer Schlacht und erhalten schließlich von einer Drude drei Geschenke: Einen Heckpfennig, bei dessen Berührung sich Geld vermehrt; ein Tellertuch, das alle gewünschten Speisen herbeizaubert und einen Däumling, der unsichtbar macht. Doch man missgönnt sich diese Gaben und nimmt sie sich gegenseitig weg. Eine böse Königin ist dabei natürlich auch im Spiel. So ist man schließlich wieder arm ... und Maler Becker gibt uns mit seinen Bildern noch eine Weisheit mit auf den Weg, nämlich: "Wie gewonnen, so zerronnen."


 

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Maler Becker

Josef Ferdinand Becker
Josef Ferdinand Becker
02.07.1846